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Diabetesbehandlung in Kindertagesstätten

Hilfe zur Selbsthilfe ja - medizinische Behandlung nein!

Die politisch forcierten Forderungen nach Umsetzung der 2006 auch von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichneten UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung im Bildungs- und Sozialbereich, impliziert gegenwärtig eine daraus abgeleitete Notwendigkeit nach inklusiver Erziehung. Da es insbesondere Kinder- und Jugendliche mit verschiedenen Handicaps gibt, stellt sich für nicht wenige soziale Einrichtungen die Frage, inwieweit pädagogisch ausgebildete Fachkräfte auch diverse medizinisch-pflegerische Aufgaben wahrnehmen können. Insbesondere Kinder mit Diabetes stellen Kindertagesstätten vor besondere Herausforderungen in Bezug auf die medizinische und pflegerische Versorgung.

Der rechtliche Rahmen dieser medizinischen und pflegerischen Versorgung ist jedoch nicht allen pädagogischen Fachkräften umfänglich bekannt. Deshalb sollen die nachfolgenden Links und Empfehlungen als Hilfestellung verstanden werden, um eine auf rechtlicher Grundlage bewusste und verantwortliche Entscheidung fällen zu können.

Grundsätzlich muss jedoch bei der ganzen politisch geführten Diskussion bedacht werden, dass die vom „Deutschen Diabetiker Verband“ vertretene Behauptung, wonach die Insulingabe im Rahmen der Ersten Hilfe rechtlich abgesichert wäre, eine irreführende Position ist. Ein Ersthelfer hat im Rahmen der Ersten Hilfe nicht die Befugnisse Medikamente oder Spritzen zu verabreichen. Selbst ausgebildeten Rettungssanitätern ist das nach gegenwärtigem Gesetzesstand untersagt (Arztvorbehalt!).

Da selbst ein Arzt vor einem medizinischen Eingriff umfassende Aufklärungspflichten gegenüber dem Patienten hat, was der Patient schließlich auch zu unterschreiben hat, wäre es mehr als naiv, wenn nichtmedizinisch ausgebildete pädagogische Fachkräfte ohne formale und rechtliche Grundlage Medikamente und Spritzen verabreichen.

Selbst wenn die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung gegenwärtig angeblich keine Probleme bei der Versorgung von Kindern mit Diabetes sieht, bleiben dennoch etliche Rechtsfragen ungeklärt. Dabei sind noch nicht einmal die in diesem Zusammenhang aufgeworfenen standespolitischen, tarifpolitischen und strafrechtlichen Fragestellungen thematisiert. Schon aus diesem Grund wäre eine Haftungsausschlusserklärung mehr als angeraten!

Im Übrigen sollten Einrichtungen, die bereits jetzt schon die Versorgung von Diabetes-Kindern übernommen haben daran denken, dass die umfassend zu erstellende medizinische Dokumentation für den Fall der Fälle unter Datenschutzbestimmungen 30 Jahre aufzubewahren ist!

 

Hilfreiche Links zum Thema:

Eine in jedem Fall empfehlenswerte Broschüre zum Thema “Medikamentengabe in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege”

Zudem ist die kurze Zusammenfassung über das Thema “Erste Hilfe bei Kindern” interessant!

Weitere hilfreiche, zum Teil jedoch widersprüchliche Informationen:

Medikamentengabe in der KiTa

Ein beachtenswerter Fachartikel zum Thema aus der Sicht des “Sicherheitsbeauftragten”.